Stimuluskontrolle
Die Stimuluskontrolle zielt darauf ab, die im Verlauf einer Insomnie entstandene Fehlkonditionierung zwischen Schlafumgebung und Wachzustand aufzuheben. Durch wiederholtes Wachliegen verknüpft das Gehirn das Bett schleichend mit negativen Reizen wie Frustration, Anspannung und Grübeln – die Schlafstätte wird selbst zum Stressauslöser. Die Methode durchbricht diesen Teufelskreis, indem wache Zeiten im Bett konsequent unterbunden werden. Gelingt das Einschlafen nach etwa 15 Minuten nicht, wird das Schlafzimmer verlassen und erst bei spürbarer Schläfrigkeit wieder aufgesucht. Die ausschließliche Nutzung des Bettes zum Schlafen sowie eine starre Aufstehzeit führen zur Löschung der negativen Assoziationen, sodass das Bett Schritt für Schritt wieder als exklusiver Reiz für schnellen Schlafeintritt re-konditioniert wird (vgl. Spiegelhalder, 2025, S. 15).
Der Ablauf wird nachfolgend beschrieben (vgl. Spiegelhalder, 2025, S. 15):
- Vorbereitung (Abend): Das Bett wird ausschließlich zum Schlafen und für sexuelle Aktivitäten genutzt. Fernsehen, Lesen, Smartphone-Nutzung, Essen oder Grübeln im Bett sind ab sofort untersagt.
- Der Bettgang: Der Betroffene geht erst dann ins Bett, wenn er sich wirklich schläfrig fühlt.
- Die 15-Minuten-Regel: Schläft der Betroffene nach gefühlten 15 Minuten nicht ein, soll er sofort wieder aufstehen und das Schlafzimmer verlassen. Erst wenn das Gefühl der Schläfrigkeit eintritt, ist ein Zubettgehen wieder möglich.
Sollte die Person nach 15 Minuten immer noch wach sein, wird dieser Schritt konsequent wiederholt.
- Der Morgen-Anker: Der Wecker wird jeden Morgen konsequent, auch am Wochenende, zur selben Zeit gestellt, und die Person steht sofort auf. Nickerchen am Tag sind verboten, um den Schlafdruck für die nächste Nacht zu erhalten.
Literaturverzeichnis: